Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2020

Stellungnahme zur 2. Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms Region Hannover 2016 (RROP)

Die Region Hannover hat den Deutschen Gewerkschaftsbund, Region Niedersachsen-Mitte, mit Schreiben vom 10.01.2020, zu einer Stellungnahme zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) eingeladen.

Die DGB-Region Niedersachsen-Mitte begrüßt den Entwurf zur 2. Änderung des Regionalen Region Hannover 2026 (RROP 2016). Dennoch gibt es Überlegungen, die wir Ihnen gerne mitteilen möchten.

Durch den zusätzlichen Versorgungskern in Burgdorf wird ein Bereich gebietsscharf im Osten der Stadt abgegrenzt, in dem sich Einzelhandelsgroßprojekte mit Zentren relevantem Sorti-ment ansiedeln sollen. Diese räumliche Konkretisierung soll Fehlentwicklungen wie der An-siedlung von Einzelhandelsgroßprojekten „auf der grünen Wiese“ entgegenwirken und damit die Innenstädte stärken. Allerdings befindet sich dieses Gebiet nach Norden hin zu einem grü-nen Aue-Bereich gelegen, so dass der Begriff Kern „integrierte Lage“ nicht ganz stimmig ist. Ansiedlungen von Einzelhandelsprojekten außerhalb des Versorgungskerns sind z. B. nach Norden auszuschließen.

Wie eine Stadt aussieht, ist prägend für das Lebensgefühl und die Identität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Das gilt auch für eine Stadt wie Burgdorf, die an der Uetzer Straße, die direkt an die Bundesstraße 188 ist. Es wird wichtig sein, dass die Ausgestaltung des Gebietes ansprechend – auf der Ebene der Bauleitplanung - durchgeführt wird.
Nicht nur im direkten Umfeld des Versorgungskerns ist mit zunehmenden PKW-Verkehr zu rechnen. Insbesondere weil im bestehenden Kern kaum Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt sind. Vom „Kleiner Brückendamm“, Kreisel, Uetzer Straße ist auch mit einem Rückstau zu rechnen. Vor allem für Berufstätige und Familien, die aus dem Nordbereich der Stadt Burgdorf kommend, einkaufen wollen, könnte dies beeinträchtigend sein. Aus diesem Grunde wird der Stadt Burgdorf geraten, gerade zukünftig im bestehenden Versorgungskern Einzelhandelsprojekte umzusetzen.

Weiterhin scheint die Anbindung mit ÖPNV nur bedingt gegeben zu sein. Um eine bessere Mobilität und Erreichbarkeit für Menschen, die ohne PKW zu dem Versorgungskern gelangen wollen, zu ermöglichen, sollte auch eine Möglichkeit für eine Bushaltestelle an der Uetzer Straße direkt beim Einzelhandelsmarkt wie auch an dem Duderstädter Weg für die Zukunft geplant werden. Der Ausbau des ÖPNV hätte nicht nur eine Klimawirkung, sondern aus unserer Sicht eine soziale. Eine Erreichbarkeit eines Versorgungskerns ist für alle Menschen sicher zu stellen.

Darüber hinaus ist zusätzlichen Emissionen und Verkehrslärm zu rechnen, der auch für die Wohngebiete im anliegenden Süden des Kernbereichs in der Wohnbebauung spürbar sein wird. Wohngebiete gerade am Ostlandring sind belastet. Dies könnte auch ein Kriterium wer-den, dass Menschen ihren Wohnort wechseln.


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