Deutscher Gewerkschaftsbund

Internationaler Frauentag 08.03.2022

LIEBE LESER*INNEN,

dass das Private weiterhin politisch bleibt, keine Frage. Doch darf es auch zur Privatsache werden, wie sich die Auswirkungen der Klimakatastrophe auf uns und nachkommende Generationen niederschlagen werden? Flieg nicht, iss´ kein Fleisch, kauf fair gehandelte Lebensmittel, verzichte auf das Auto! So lauten die Appelle an die Moral der Individuen. Seit Beginn 2022 ist Einwegplastik verboten. Das alles sind gute und wichtige Ansätze. Aber mit ihnen wird das 1,5° Ziel nicht erreicht werden. Denn keine Rede ist von den Leerflügen der Luftgesellschaften, die damit ihre Anfluglizenzen sichern wollen. Die Lufthansa plant bis Ende März ca. 18.000 davon. Keine Rede von den vorherrschenden Bedingungen in der Massentierhaltung. Die Waffenindustrie nicht zu vergessen, die nicht nur massiven Umweltschaden anrichtet, sondern den Tod für viele Menschen bedeutet.


Das holt uns gerade ein. Mittlerweile ist die Klimakrise, die bei der Planung der Zeitung im Zentrum stand, von allseitigem
Säbelrasseln um den Ukrainekonflikt überlagert. Ein neuer Krieg scheint realistisch, wenn nicht die diplomatische Vernunft siegt. So scheint es uns angebracht, an diese zu appellieren und zu erinnern: Der Internationale Frauentag ist vor 112 Jahren durchgesetzt worden in einem Zusammenschluss von bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegung und hatte von Beginn an Friedenspolitik auf der Agenda.


Die Krisen hängen zusammen. Sie werden in keinem Fall gelöst, indem Einzelne in die Verantwortung genommen werden und
gleichzeitig die Verantwortung der Industrie ausgeklammert wird. Das lässt das große Ganze außer Acht. Verantwortung bedeutet auch, sie zu adressieren. Diesen Versuch wagen wir in diesem Jahr mit unserer Bündnis-Zeitung.


Die Zeitung könnt ihr unter folgendem Link lesen und weiterempfehlen: nds.rosalux.de

Das Hannoversche Frauenbündnis
zum Internationalen Frauentag 2022

Anmerkung zur Schreibweise: Mit dem Stern soll im Sinne der Sichtbarmachung in der Sprache ein Raum für Geschlechtsidentitäten jenseits von »Mann« und »Frau« eröffnet werden.


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