Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 6 - 27.06.2013

Rentenkürzung und Niedriglohn: DGB warnt vor Altersarmut

 

Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: In Hannover arbeiten 21 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 66.460 Menschen – zu einem Lohn unterhalb der westdeutschen Niedriglohnschwelle von 1.890 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken.

Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnitts-rente lag im Zugangsjahr 2012 in Hannover bei nur 955 Euro (Männer) bzw. 531 Euro (Frauen). Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 821 Euro (Männer) bzw. 456 Euro (Frauen).

Eine gefährliche Entwicklung, wie Volker Eggers als sozialpolitischer Sprecher der DGB-Region Niedersachsen-Mitte, feststellt: „Es ist ein Skandal, dass ein Fünftel der Vollzeit-beschäftigten in Hannover mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent würde die Durchschnittsrente in Hannover deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein solcher Sturzflug der Rente kann und muss verhindert werden. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden.“ 

Die DGB-Gewerkschaften fordern deshalb eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und zumindest eine Stabilisierung des Rentenniveaus. Das DGB-Rentenmodell zeigt, dass die Sicherung der Renten finan-zierbar ist. Der Rentenbeitrag muss dazu bis zum Jahr 2030 nicht einmal höher steigen, als es vom Gesetzgeber ohnehin geplant ist. Es kommt aber entscheidend darauf an, noch in diesem Jahr die Anhebung des Beitragssatzes zu beschließen und eine Demografie-Reserve aufzubauen. Dafür reichen schon moderate Beitragssteigerungen von jährlich maximal 0,3 Prozentpunkten aus. Durchschnittsverdienende müssen dafür nur 4,05 Euro mehr im Monat aufbringen. Dagegen ist der Plan der Bundesregierung, die Rücklagen der Rentenversicherung aufzulösen, angesichts der älter werdenden Gesellschaft geradezu absurd.

Volker Eggers zusammenfassend:“Es ist also nötig und möglich, weitere Renten-kürzungen zu verhindern und die Erwerbsminderungsrente spürbar aufzubessern. Sogar die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters könnte nach unserem Finanzierungskonzept zumindest ausgesetzt werden. Auch dies ist dringend notwendig, denn in Hannover sind nur 30,3 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.“

 


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