Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 26.09.2012

Gefahren und Risiken des Fracking nicht gegen Arbeitsplätze ausspielen

DGB Kreisvorstand Nienburg diskutiert mit Betroffenen

 
Entschließung des DGB Kreisvorstandes Nienburg zum Thema Fracking:

 

Der DGB Kreisverband Nienburg hat sich auf seiner Vorstandsitzung am 17.07. und 25.09. eingehend mit Thema „Fracking“ beschäftigt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand sowohl die Frage der Arbeitsplätze im Bereich der Energieversorgung als auch die Risiken des Fracking und die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren.

Eingeladen zum Thema waren die Betriebsratsvorsitzenden Berthold Sasse von Exxon Mobil NEAG und Bernd Niemeyer von Exxon Mobil Field Steyerberg sowie Karl-Heinz Dose und Dr. Wolfgang Reinhardt von der ‚BI Leese Gemeinsam gegen Fracking’. 

Der DGB Kreisverband stellt fest, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur in dem betroffenen Gebiet der Gemeinde Leese, sondern auch darüber hinaus sehr beunruhigt sind über die möglichen Auswirkungen des Fracking - Verfahrens. Diese Sorgen nimmt der DGB sehr ernst.

Ebenso ist für den DGB ein wichtiges Anliegen, wie Arbeitsplätze im Landkreis Nienburg zukünftig gesichert werden können. Das bedarf ebenfalls Überlegungen, wie auch künftig mit hochwertigen industriellen Produkten und intelligenten Dienstleistungen auf den Zukunftsmärkten heute bestehende Arbeitsplätze für die kommenden Generationen in unserer Region gesichert werden können.

Was ist Fracking? 

Beim Fracking - Verfahren werden große Mengen Wasser unter Beifügung von Quarzsand und geringen Mengen auch giftiger Chemikalien mit hohem Druck in tiefe Schiefergesteinsschichten gepresst, um das Erdgas zu gewinnen.

Dieses Verfahren muss sich messen lassen an den Wirkungen auf Mensch, Trinkwasser, Grundwasser, Umwelt und Klima. Hierauf haben die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch.

Die Position der Bürgerinitiative

Die Vertreter der Bürgerinitiative Leese betonten, ihr Protest richtet sich nicht gegen die Mitarbeiter des Unternehmens Exxon Mobil, sondern ihnen geht es um die Sicherheit für Mensch und Natur bei dem Fracking – Verfahren. Ihrer Ansicht nach sind die Risiken der Bohrung nach unkonventionellem Erdgas mittels dieser  Methode nicht ausreichend erforscht und es lägen noch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Folgen für Umwelt und Gesundheit vor. Das Fracking sollte solange nicht zum Einsatz kommen, solange nachweislich Risiken für den Menschen, die Umwelt und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung bestehen.

Die Sicht der Betriebsräte

Die Betriebsräte von Exxon machten deutlich, dass die Mitarbeiter seit den Protesten ständig u. a. zum Teil auch in ihrem Privatleben Anfeindungen ausgesetzt wären, welches sie sehr belasten würde. Auch sie wären nicht nur Firmenmitarbeiter, sondern auch Bewohner in den betroffenen Wohnorten und um größtmögliche Sicherheit bedacht. Sie würden täglich vor Ort die Anlagen bedienen und mit ihnen arbeiten, die Sicherheit hätte dabei den höchsten Standard.

Sicherheit wäre ihrer Ansicht nach insbesondere aber nach den Ergebnissen der ‚Risikostudie Fracking’ weitestgehend gegeben. Für sie stände der Sachdialog im Vordergrund und man sollte gemeinsam nach einer Lösung suchen.

DGB Position

In der abschließenden Diskussion hat sich der DGB Kreisvorstand auf folgende Position geeinigt:

  • Zwischen der BI und den Mitarbeitern bzw.dem Unternehmen sollte der Sachdialog fortgesetzt werden und nach sachorientierten gemeinsamen Lösungen gesucht werden.
  • Der DGB Kreisverband fordert ein Moratorium, bis wissenschaftlich die Gefahren und Risiken durch Fracking geklärt sind und die Gefährdung von Menschen verlässlich auszuschließen sind.
  • Bei der Genehmigung der Erkundung und Förderung von unkonventionellem Erdgas („Fracking“) sind notwendig Umweltverträglichkeitsprüfungen durchzuführen (bisher nach Bergrecht nicht vorgesehen).
  • Der DGB fordert ein Verbot der Erkundung und Förderung von unkonventionellem Erdgas in Einzugsgebieten von Wasserschutzzonen und von Wassergewinnungsanlagen.
  • Der DGB Kreisverband erwartet bei diesem Vorgehen umfassende Aufklärung und Transparenz gegenüber der Bevölkerung

Liebenau, den 25.09.2012

Rudi Nolte - DGB Kreisvorsitzender


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