Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 8 - 21.08.2013

DGB Diepholz: Wenn der Minijob zur Niedriglohnfalle wird

15000 Minijobber im Landkreis Diepholz erhalten weniger als 8,50 Eure die Stunde

Minijobberinnen und Minijobber im Landkreis Diepholz zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Zwei Drittel aller Beschäftigten in Minijobs erhalten einen Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro. Der Netto - Durchschnittslohn dieser Niedriglohnbeschäftigten liegt bei 5,41 Euro.

„Diese Entwicklung zu Dumpinglöhnen ohne soziale Absicherung bei den geringfügig Beschäftigten ist ein Skandal. Minijobber sind die Verlierer am Arbeitsmarkt. Gewinner sind deren Arbeitgeber, denn in der Regel kassieren sie den Sozialversicherungsbeitrag einfach ein, der den Beschäftigten eigentlich zusteht“, sagte DGB Regionssekretär Tom Seibert.

Den Minijobberinnen und Minijobbern wird nicht nur der Lohn vorenthalten, sondern auch andere Leistungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer normalerweise erhalten. Viele erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsgeld oder Mutterschutzleistungen. „Neben dem niedrigen Lohn haben die Beschäftigten in Minijobs auch keine Soziale Sicherung und können für das Alter nicht ausreichend vorsorgen. Wir müssen raus aus der Armutsfalle“, sagte Tom Seibert. Der DGB fordert deshalb eine Reform der Minijobs und einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde. „65 Prozent der Minijobber im Landkreis Diepholz würden sofort einen höheren Lohn erhalten“, sagte Tom Seibert.

Außerdem sollen die Sonderbestimmungen für Minijobs aufgehoben werden, um die Minijobs in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu überführen. Der DGB hat zur Eingliederung der Minijobs in den allgemeinen Arbeitsmarkt ein Konzept vorgelegt. Danach sollen alle Arbeitsverhältnisse ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig sein, aber bei der Finanzierung der Beiträge soll es im unteren Einkommensbereich eine Sonderregelung geben. Der DGB schlägt vor, dass es bis 850 Euro eine Gleitzone geben soll. Im unteren Einkommensbereich zahlten die Arbeitgeber - wie bisher im Minijobbereich – zunächst höhere Beiträge. Bis 850 Euro steigen die Beiträge der Beschäftigten an, erst ab 850 Euro zahlen Arbeitgeber und Beschäftigte den gleichen Beitrag. Im Gegenzug erhalten alle Beschäftigten soziale Sicherung und die Minijobmauer wird aufgehoben.

„Wir erwarten, dass dann die Arbeitszeiten länger werden und die Beschäftigten mehr verdienen“, sagte Tom Seibert. Das sei auch der Wunsch vieler Minijobberinnen und Minijobber. Vor allem junge Mütter wollen nicht mehr in den Minijob abgeschoben werden, diese Praxis muss endlich ein Ende habe. Bei der Einführung soll es eine Übergangsregelung geben, gemeinnützige Arbeiten (z.B. Jugend- und Sportbereich) bleiben weiterhin in einem gewissen Rahmen steuer- und abgabenfrei

 

DGB Konzept 'Raus aus der Armutsfalle', Reform der Minijobs 


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