Deutscher Gewerkschaftsbund

31.07.2014
Krieg und Frieden

100 Jahre Beginn 1. Weltkrieg - 75 Jahre Beginn 2. Weltkrieg - Antikriegstag 2014

Cover Veranstaltungsprogramm

Anette Gilke

   100 Jahre ist es her, das der 1. Weltkrieg begann, die ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘, wie ihn der amerikanische Historiker Georges F. Kennan charakterisierte. Dieser erste ‚industrialisierte‘ Krieg hinterließ mehr als 9 Mio. getötete Soldaten, 8. Mio. tote Zivilisten und 20 Mio. Verwundete.

   Das Jahr 1914 ist für die europäische Geschichte von entscheidender Bedeutung. Der Beginn des 1. Weltkrieges ist Ausgangspunkt eine Entwicklung von gut 30 Jahren, der über das Ende des Kaiserreichs und die Weimarer Republik bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in den Zweiten Weltkrieg führte.

   „Der Erste Weltkrieg ist die Zäsur des 20. Jahrhunderts: Er zerstörte alle naiven Fortschrittshoffnungen … offenbarte die Zerstörungspotentiale der industriellen Moderne … und prägte den weiteren Verlauf der neueren Geschichte maßgeblich. … Durch den amerikanischen Kriegseintritt 1917 und die russische Revolution zeichnete sich schon früh die Systemkonkurrenz ab, die die Blockkonfrontation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausmachte. …

   Im Zentrum des Beginns dieser Entwicklung stand das Deutsche Reich. Es hatte den Ersten Weltkrieg wesentlich zu verantworten und führte den Zweiten Weltkrieg gezielt herbei. Es wollte kriegerisch die Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent gewinnen: Durch den ‚totalen Staat‘, eine ‚totale Mobilmachung‘ und einen ‚totalen Krieg‘. Erst der Untergang des ‚Großdeutschen Reiches‘ 1945 befriedete die ‚deutsche Frage‘.“ (Zitat: Bundeszentrale für Politische Bildung)

   Die Veranstaltungsreihe „100. Jahre Beginn 1. Weltkrieges – 75 Jahre Beginn 2. Weltkrieg – Antikriegstag 2014“ soll zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Folgen dieser verheerenden Kriege beitragen und die aktuelle Diskussion um die derzeitigen kriegerischen Konflikte und Friedensbemühungen befördern.

Veranstaltungsprogramm:

Ausstellung

Gewerkschaftshaus Otto-Brenner-Str. 1, 30159 Hannover

‚Der 1. Weltkrieg und die hannoversche Arbeiterbewegung‘

  • Tafel 1: Die Politik des 4. August 1914 – Weltkrieg statt Völkerfrieden
  • Tafel 2: Der <Volkswille> auf Kriegskurs – Sicherung der Massenloyalität für den Krieg
  • Tafel 3: Arbeit und Leben im Weltkrieg – Kriegsproduktion, Nahrungsmangel und soziale Not

 Die Ausstellungstafeln sind Teil einer wachsenden Gesamtausstellung und waren auf dem 1. Mai-Fest des DGB 2014 in Hannover erstmalig zu sehen. Sie können ausgeliehen werden und auf Veranstaltungen o. ä. eingesetzt werden.

Anfrage bitte an den DGB Region Niedersachsen-Mitte 0511. 16387.0 oder tom.seibert@dgb.de

Vortrag und Diskussion

22. Juli 2014, 18:00 Uhr

Verdi-Höfe, Rotation, Goseriede 10

Der Wille zum Krieg - Zur Kontroverse um die Ursachen des 1. Weltkrieges und die deutsche Kriegsschuld

Referent:

Prof. Dr. Wolfram Wette, Universität Freiburg - Historiker und Friedensforscher

 

Vortrag und Diskussion

15. September, 18:30 Uhr

Verdi-Höfe, Rotation, Goseriede 10

Meinungsmacht für Kriegseinsätze - Die Medien am Gängelband der Eliten.

Referent:       

Dr. Uwe Krüger, Universität Leipzig - Institut für praktische Kommunikations- und Journalismusforschung (IPJ)

 

Pressefoto Kiene/Ansull

Urban Ruiths

Szenische Collagen

26. September 2014, 18:00 Uhr

Kultur- und Kommunikationszentrum Pavillon, Lister Meile 4

Das Surren einer Mücke gegen das Weltenrad

Akteure:

Bengt Keine - Schauspieler, Sänger und Autor und

Oskar Ansull - Schriftsteller

 

Veranstalter Thema 100 Jahre 1. Weltkrieg: DGB Region Niedersachsen-Mitte, IG Metall Hannover, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bezirksverband Hannover, Ver.di Bildungswerk Niedersachsen, Kulturzentrum Pavillon, Rosa-Luxemburg Stiftung Niedersachsen-e.V. und Pro Moderner Sozialismus e.V.

 

Veranstaltungen zum Antikriegstag 2014

 

 

Antikriegstag

DGB

01. September 2014, 16:00 Uhr

Gedenkstätte Ecke Garbsener Landstraße, Stöcken (Varta, IG Metall)

Gedenktafel Ermordung von Reichsbannerleuten, Lister Turm (Ver.di)

Kranzniederlegungen zum Antikriegstag

Veranstalter: Deutscher Gewerkschaftsbund DGB Niedersachsen - Mitte

 

01. September 2014, 16:00 Uhr

Gedenkveranstaltung Ehrenfriedhof Maschsee – Nordufer

Veranstalter: IG Metall, Landeshauptstadt Hannover

 

01. September 2014, 17:00 Uhr

Gedenkstätte Aegidienkirche, Osterstraße, 30159 Hannover

1914 bis 1945. - Unser 30 jähriger Krieg im 20. Jahrhundert!

Referent:        Prof. Rolf Wernstedt - Nds. Landtagspräsident a.D.

 

Präsentation der Ausstellung ‚Arbeiterbewegung und 1. Weltkrieg in Hannover‘

Referent:        Dr. Peter Schulze, Historiker

Kranzniederlegung

Musikalische Begleitung DGB Chor

Veranstalter: Deutscher Gewerkschaftsbund DGB Niedersachsen - Mitte

 

 

Weitere Informationen und Kontakt:

DGB Region Niedersachsen - Mitte

Tom Seibert, Steffen Holz

Otto-Brenner-Str. 1

30159 Hannover

Tel.: 0511 16387-23 und 24

Mobil: 0170 6344955 und 0170 6345421

E-Mail: tom.seibert@dgb.de, steffen.holz@dgb.de

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen einer der schrecklichsten Kriege der Menschheitsgeschichte mit 60 Millionen Toten. In Erinnerung daran erneuert der Deutsche Gewerkschaftsbund seit 1957 anlässlich des Antikriegstages sein Bekenntnis zu Frieden und Solidarität der Völker und fordert den Vorrang ziviler Konfliktlösungen vor militärischen Interventionen.

Von stabilem Frieden auf der Welt sind wir auch heute weit entfernt. Mit großer Sorge beobachtet der DGB, die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen. Besonders betroffen ist hier die Zivilbevölkerung. Vor allem Frauen und Kinder, alte Menschen, ethnische oder religiöse Minderheiten sind die Kriegsopfer. Eine Folge sind immer größere Ströme von Flüchtlingen.

Ziel internationaler Friedensbemühungen muss es sein, die sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen von Kriegen zu beseitigen.


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